Europa: Der große KI-Gewinner?

Shownotes

Künstliche Intelligenz – und hier insbesondere die generative KI – gilt aktuell als das ganz große Versprechen für die Zukunft der Wirtschaft und damit auch für die Entwicklung an den Börsen. Sie kann Texte verfassen, Bilder generieren, Daten analysieren und sogar komplette Geschäftsprozesse automatisieren. Das klingt nicht nur nach einer Revolution, es ist eine Revolution. Und jetzt kommt es: Das Potenzial wäre gerade hier in Europa, und damit auch für europäische Aktien, eigentlich sogar höher einzuschätzen als in den USA. Warum das so ist, weshalb Europa im Vorteil sein könnte und wie sich diese Entwicklung wahrscheinlich entfalten wird, dazu mehr in der heutigen Folge – legen wir los.


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Offenlegung wegen möglicher Interessenkonflikte: Die Autoren sind in den folgenden besprochenen Wertpapieren bzw. Basiswerten zum Zeitpunkt der Veröffentlichung investiert: -

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00:00:00: Herzlich willkommen bei Erechsen Geld und Gold, dem Podcast für die erfolgreiche Geldanlage.

00:00:07: Künstliche Intelligenz und hier muss man ganz besonders die generative K.I. nennen ist aktuell

00:00:14: das ganz große Versprechen für die Zukunft der Wirtschaft und damit auch an der Börse. Texte

00:00:21: schreiben, Bilder generieren, Daten analysieren und ganze Geschäftsprozesse automatisieren. Das

00:00:28: klingt nach einer Revolution, das ist eine Revolution und jetzt kommt es. Das Potenzial wäre

00:00:35: hier in Europa und somit auch für europäische Aktien eigentlich höher als in den USA. Warum,

00:00:44: wieso, weshalb und wie es wahrscheinlich kommen wird. Dazu mehr in der heutigen Folge. Legen wir los.

00:00:50: So, falls ihr heute ein paar Hintergrundgeräusche für dieses Wort habe ich fünf Anläufe gebraucht,

00:01:01: weil ich immer wieder Hirsche gesagt habe, Geräusche hören solltet, dann ist das der

00:01:06: Tatsache geschuldet, dass ich hier alle Fenster aufgerissen habe. Man ist das warm. Und wenn ihr

00:01:11: jetzt sagt, nee, ist es doch gar nicht, also ich nehme diese Podcastfolge Ende der Woche auf. Das

00:01:17: ist für die Aktualität heute gar kein Problem. Und wir haben hier Flensburg, Schrägstrich,

00:01:23: Glücksburg, sieben und zwanzig Grad. Das ist ja Sahara nur mit mehr links und rechts. Und wenn

00:01:31: ihr jetzt sagt, halt doch einfach mal die, ich sehe es schon gerade in Hannover, 34 Grad, Kassel,

00:01:38: 35 Grad, Frankfurt, 35 Grad, meine Güte, Stuttgart, 35 Grad, Nürnberg, ist ja nicht meine

00:01:47: Schuld, wenn ihr da wohnt. Aber danke, dass ihr da wohnt. Schließlich lese ich ja jeden Tag in

00:01:52: der Zeitung, dass der Norden abhängig ist vom Süden. Und das ist wahrscheinlich wirtschaftlich

00:01:57: betrachtet auch. Jetzt kriege ich aber aus Norden und Süden nicht richtig den Dreh raus für die

00:02:03: heutige Folge. Aber wir sprechen über Ungleichheiten. Und wir haben ja hier den Eindruck, dass in den

00:02:11: USA hinsichtlich der Prognosen für das Wirtschaftswachstum, aber auch hinsichtlich der Prognosen

00:02:18: für technische Neuerung, vieles besser läuft. Und das vollkommen zu Recht. Keine Sorge. Heute

00:02:24: lassen wir mal Politik und gesellschaftliche Spannungen, die daraus erwachsen können,

00:02:28: außen vor. Wir sprechen über AI, über KI. Und egal welchen Ökonomen man fragt. Und ich bin mir

00:02:37: gar nicht mal so sicher, ob man hier nur Ökonomen fragen sollte. Zum Beispiel, ein Ökonom am MIT

00:02:44: sagt, dass die generative KI, wir sagen ja immer AI, aber eingesprechen wir bei ChatGPT und ja von

00:02:52: generative AI, dass dies zu einem Wachstum der Produktivität der US-Wirtschaft in den nächsten

00:03:00: zehn Jahren führen sollte. Ziemlich sicher. Und dann kommt es darauf an, wem man fragt. Die

00:03:07: Pessimisten. Das ist hier eine Studie, die ich sehe. Die ist relativ frisch von Darren Asimoglu.

00:03:14: Ich weiß nicht, wie man ihn korrekt ausspricht. Sorry. Der sagt, dass es einen Anstieg, der

00:03:21: Produktivität in der US-Wirtschaft geben könnte, der bei etwa 0,66 % liegt. Und da müsst ihr

00:03:30: natürlich ganz sagen, das ist der Unterschied zwischen einem Ökonomen, der in einer Uni arbeitet

00:03:35: und der Realität. Dass der Ökonom wirklich sagt, ich bastel hier was. Der Theoretiker sagt,

00:03:42: da kommt 0,66 % raus. Er weiß natürlich, dass er Theoretiker ist und dementsprechend,

00:03:49: das ist völlig abwegig, das so genau zu beziffern. Entscheidend ist aber, hier gar nicht so sehr,

00:03:56: wie dieser Produktivitätsschub ausfallen wird, sondern, dass er stattfinden wird. Ich habe hier

00:04:02: in vergangenen Folgen auch geschrieben, dass es optimistischere Prognosen gibt. Zum Beispiel von

00:04:08: Berger oder auch anderen, die sagen, es könnte auch bei 2 % liegen. Das wissen wir am Ende des

00:04:15: Tages noch nicht, weil alles, was an technologischen Neuerungen auf dem Markt kommt, ja auch von Firmen

00:04:21: implementiert werden muss. An der Börse wird vermutlich in Risk-off-Phasen das Ganze etwas zu

00:04:29: schnell eingepreist. Das führt dann auch mal zu Blasenbildung. Vollkommen normal haben wir auch

00:04:34: in der Vergangenheit gesehen, haben wir insbesondere bei der wahrscheinlich einzigen technologischen

00:04:41: Errungenschaft, die man damit vergleichen kann gesehen, nämlich der Entwicklung des Internet

00:04:46: beziehungsweise des World Wide Web selber. Da gab es die Mutter aller Blasen, weil man gesagt hat,

00:04:52: damit geht jetzt alles, bis dann aufgefallen ist. Das ist natürlich so herausragend auch nicht

00:04:58: ist, wenn man dann das mit einmal das Telefonbuch halt nicht mehr in Form der gelben Seiten bekommt,

00:05:03: sondern online sehen kann, weil es auch online eben keiner bezahlt. So, nichtsdestotrotz ist

00:05:09: natürlich das Internet. Noch mal das World Wide Web, muss man ja im Prinzip davon unterscheiden.

00:05:14: Natürlich etwas gewesen, was den Produktivitätsschub in vielen Branchen erst gebracht hat. Viele

00:05:21: Branchen überhaupt erst möglich gemacht hat. Darauf kommt es mir aber heute nicht an, sondern

00:05:26: darauf, dass laut einer Analyse des internationalen Währungsfonds der Effekt in Europa größer

00:05:34: ausfallen könnte. In dieser Studie, auf die sich dieser Ökonomen des MIT beruft, hat der IWF

00:05:45: 0,8 Prozent ausgesprochen für Europa. Ich sage das gerade 0,66 Prozent für die USA. Das klingt

00:05:51: natürlich nach Geringfügigkeit, aber ganz egal, ob der Vorsprung jetzt 0,8 Prozent gegenüber 0,66,

00:06:00: also 0,14 Prozent wäre. Oder in der Realität vielleicht sogar 1 Prozent oder 1,4 Prozent.

00:06:06: Jeder noch so geringfügige Vorsprung kann sich natürlich über die Jahre hinweg dann durchaus

00:06:12: leppern, wie man so schön sagt, und einen merklichen Unterschied machen. Das eigentliche

00:06:17: Bemerkenswerte ist ja, dass hier in dieser Studie, genau genommen sind es sogar zwei gesagt, wird

00:06:24: der Effekt den generative KI auf die Produktivität einer Volkswirtschaft liefern kann, der könnte

00:06:33: in Europa größer ausfallen als in den USA. Und da muss man natürlich, ja, wenn immer irgendwo

00:06:41: dransteht, ginge mehr als in den USA und wir sprechen über Wirtschaftswachstum, dann darf

00:06:45: man es natürlich fragen, wieso. Und ich habe mich das auch gefragt und hätte normalerweise

00:06:50: einfach weitergemacht, wozu dazu eine Podcastfolge, aber es ist durchaus bemerkenswert, denn die

00:06:57: Erklärung dafür liegt in der Struktur vieler europäischer Volkswirtschaften. Und zwei Punkte

00:07:02: sind hier ganz entscheidend. Erstens, ist in wohlhabenden europäischen Ländern der Anteil

00:07:07: von Dienstleistungs- und Wissensarbeit besonders hoch. Wir sprechen also über Branchen wie Banken,

00:07:14: Versicherung, Beratung, Verwaltung oder Medien. Diese Branchen sind von Natur aus anfällig für

00:07:22: Automatisierung durch KI. Ein Chatbot der Anfragen beantwortet eine Software, die Vertragsentwürfe

00:07:29: erstellt, ein Algorithmus der Daten analysiert und all das kann hier die Produktivität deutlich

00:07:35: erhöhen. An dieser Stelle der kurze Einschub, das in meinem unmittelbaren Umfeld, ich frage ja immer

00:07:41: mal Anwälte, Ärzte, ihr wisst ja, was für Leute eben so Golf spielen. Also Spaß beiseite, alle

00:07:49: möglichen mit dabei. Handwerker, das ich gerne mal frage und nutzt ihr das. Vor zwei, drei Jahren war

00:07:54: insbesondere, weil Anwälte, die sich als, hoffentlich hat es keiner vor meinen Kumpels, als nahezu

00:08:00: unersetzlich für diese Welt sehen, deswegen gibt es auch so wahnsinnig viele Anwälte,

00:08:04: gesagt haben, ja da sind wir noch ein gutes Stück von entfernt. Das sagt heute keiner mehr.

00:08:10: Hinter vorgehaltene Hand vielleicht und insbesondere nicht bei einer Betriebsversammlung, wo ja alle

00:08:15: dabei sind, also auch die Rechtsanwalts- und Notars-Gehilfenden und Gehilfen. Da wird dann schon

00:08:23: gesagt, ja natürlich, du kannst, wenn du dir richtig prompt bist, dann kriegst du da optimale,

00:08:27: nahezu optimale Entwürfe, insbesondere auch, wenn es um Verträge geht und und und. Also natürlich

00:08:33: findet das alles statt. Dass da noch jemand drüber schauen muss, das erleichtert natürlich

00:08:39: dem Prozess jetzt schon und in welcher Geschwindigkeit entwickelt sich das Ganze. So, Einschub, Ende.

00:08:45: Zweitens sind die Arbeitskosten in diesen angesprochenen Ländern, also in den wohlhabenden

00:08:51: europäischen Ländern, relativ hoch. Lonebenkostensozialabgaben, gesetzliche Urlaubsansprüche,

00:08:57: starke Kündigungsschutzregelungen, all das macht Personal verhältnismäßig und wir sprechen hier

00:09:03: im Verhältnis zu den USA, aber natürlich auch im Verhältnis zum Rest der Welt, teuer.

00:09:09: Für Unternehmen steigt damit aber automatisch der Anreiz, genau solche Prozesse zu automatisieren,

00:09:15: um eben Kosten zu sparen, um flexibler zu werden. Wenn man sich das anschaut, also wenn es irgendwo

00:09:22: wirklich schwierig ist, wenn es um Arbeitsschutz geht und nochmal, ich befürworte natürlich die

00:09:26: Rechte, die den Schutz des Arbeitnehmer hier beschreiben, ganz klar. Aber Frankreich gilt so

00:09:33: als klassisches Beispiel für eine Volkswirtschaft, in der Kündigung wirklich schwierig und teuer sind.

00:09:40: Und damit kann natürlich der Einsatz von KI doppelt und dreifach interessant werden,

00:09:46: weil eben ein Unternehmen dann eher in Technologie investiert, die gegebenenfalls die Klappe hält,

00:09:52: als zusätzliche Mitarbeiter einzustellen. Das gilt aber natürlich auch für Deutschland,

00:09:57: für die Schweiz, das gilt für skandinavische Länder. Für Unternehmen klingt das verlockend.

00:10:03: Geringere Personalkosten, höhere Effizienz, weniger Abhängigkeit von Arbeitsmarktengpässen,

00:10:09: allgemein vom Arbeitsmarkt. Für Arbeitnehmer, vor allem in Verwaltungs- und Wissensberufen,

00:10:17: wenn es um repetitives Wissen geht, wird das zweifellos risiken. Wenn ein Teil der Arbeit

00:10:23: von KI übernommen werden kann, dann könnte man ganz kurz hinzufügen, dann wird das wahrscheinlich

00:10:28: passieren. Wenn wir im Detail schauen, Standardanalysen, Routinekorrespondenz, Datenerfassung, da wird

00:10:35: der Bedarf am menschlicher Arbeitskraft deutlich sinken. Das wissen wir schon, da muss man ja

00:10:40: ehrlicherweise auch kein ganz großer Prognostiker sein oder gar eine Glaskugel schauen. Natürlich

00:10:46: werden im Idealfall auch neue Tätigkeiten entstehen und dann oft auch mit einem höheren

00:10:52: Qualifikationsniveau. Aber dieser Übergang, der verläuft eben in der Regel A nicht automatisch und

00:10:58: er verläuft B nicht immer reibungslos. Denn es sind ja selten die gleichen handelnden Personen,

00:11:03: die da dort...

00:11:05: Dort nicht mehr gebraucht werden, die gehen natürlich nicht drei Wochen zur Arbeitsschule,

00:11:09: nee Arbeitsschule heißt die nicht, Appendschule und haben dann mit einem Mal die Qualifikation

00:11:15: für den anderen Job.

00:11:18: Wir haben diese Parallelen natürlich historisch immer wieder beobachten dürfen und teilweise

00:11:23: auch müssen, denn das geht oft auch mit einem ganz schönen Knirschen im gesellschaftlichen

00:11:28: Gepäck einher, Automatisierung in der Industrie hat die Produktivität enorm gesteigert,

00:11:35: aber sie hatte eben auch ganze Berufsgruppen verschwinden lassen.

00:11:38: Diejenigen, die sich weiterbilden, die sich anpassen können, die profitieren, viele können

00:11:45: das nicht, das muss man akzeptieren und die haben es dementsprechend schwer.

00:11:49: Und hier liegt das eigentliche Problem, selbst wenn die Produktivitätspotenziale höher sind,

00:11:57: schafft es Europa und das hat die Vergangenheit gezeigt und jetzt kommt der etwas dystopischer

00:12:03: Ausblick, immer wieder sich selbst auszubremsen.

00:12:07: Wir hatten enorme Chancen, als es um Digitalisierung geht, als es ging, als es um den Ausbau, zum

00:12:14: Beispiel auch der erneuerbaren Energien ging.

00:12:17: Ja, wir haben die Möglichkeiten, wir haben das Kapital und dann funktioniert es nicht

00:12:23: und beträchtliche Teile der Welt ziehen links und rechts an uns vorbei.

00:12:27: Selbst, ja schaut mal so etwas Simples wie den Ausbau des Breitbands, des Glasfasernetzes

00:12:34: in Deutschland.

00:12:35: Das ist doch völlig verrückt, du kannst durch Osteuropa fahren, du kannst durch Südeuropa

00:12:41: fahren und du findest kaum Länder, Ausnahmen bestätigen die Regel, ich glaube in Italien

00:12:47: ist es nicht ganz so gut gelaufen.

00:12:49: Bisher, ich spreche über den Ausbau, du findest trotzdem kaum Länder, jedem, in jedem Fall

00:12:55: Länder, bei denen das Durchschnittseinkommen, ja, der Durchschnittseinkommen, das Vermögen

00:13:01: der Bevölkerung deutlich niedriger ist, funktioniert viel, viel besser, viel besser.

00:13:05: Der Ausbau hat viel besser funktioniert.

00:13:07: Deutschland ist natürlich nochmal ein Sonderfall, wir sprechen ja hier über ganz Europa.

00:13:14: Europa ist sehr komplex, es hat eine sehr weitreichende und es hat vor allen Dingen

00:13:19: eine oft vorausallende Regulierung, bloß nichts verkehrt machen, bloß nichts verkehrt

00:13:26: investieren.

00:13:27: Das ist im Nachhinein oft sehr viel teurer wird, das nimmt man offensichtlich billigend

00:13:32: in Kauf oder wir haben schlicht keine Instanz, die das korrigiert.

00:13:36: Die EWF-Studie zeigt nämlich auch, dass die geplanten und die aktuellen EU-Vorgaben

00:13:42: zum Einsatz von KI, ja, so etwas gibt es, es ist durchaus in Brüssel angekommen, die

00:13:48: möglichen Produktivitätsgewinne um bis zu 40 Prozent reduzieren könnte und das würde

00:13:55: eben bedeuten, statt 0,8 Prozent Zuwachs in dieser verhältnismäßig, verhältnismäßig

00:14:02: konservativen Annahme, blieben dann also nur noch 0,5 Prozent und das wäre nicht nur unterhalb

00:14:09: dessen, was man für die USA erwartet, man würde den kompletten anfänglichen Vorteil

00:14:14: wieder zu Nichte machen und es wäre im Übrigen auch deutlich niedriger als das, was man für

00:14:20: den Rest der Welt erwartet.

00:14:22: Noch dazu handelt es sich ja fairerweise, muss man das sagen, um eine optimistische

00:14:26: Annahme, denn nicht jede Regelung trifft jedes Land oder jede Branche gleich stark, in manchen

00:14:33: Fällen könnten die Effekte sogar noch größer sein und ich befürchte, wenn man sich anschaut,

00:14:38: innerhalb Europas, wo wird denn noch ein bisschen mehr reguliert, als im Durchschnitt, in Europa

00:14:48: sowieso schon der Fall, ihr hört meinen Fatalismus in meiner Stimme, ja das ist natürlich bei

00:14:52: uns, ja also Regulierung ist nicht einfach negativ, aber sie wird eben oft falsch umgesetzt.

00:14:58: Ich glaube aus meinem, na sagen wir mal, beruflichen Netzwerk hat sich jemand verabschiedet mit recht

00:15:06: deutlichen Worten, weil ich gesagt habe, wenn wir über KI sprechen, über generative KI,

00:15:12: dann müssen wir ja auch im richtigen Maß über Regulierung sprechen.

00:15:16: Ja man kann nicht einfach so etwas unkontrolliert wachsen lassen und dann sagen, na ja mal,

00:15:22: wenn es eben Kollateralschäden gibt, dann ist es so, also nicht Wachstum und Fortschritt

00:15:26: um jeden Preis, das hat schon gereicht, um mir einzuhandeln, ich sei Forschungsfeindlich.

00:15:31: Aber Regulierung an sich ist überhaupt nicht das Problem, Regulierung kann, und das passiert

00:15:36: in der Praxis auch natürlich Missbrauch verhindern, Regulierung soll Verbraucher schützen,

00:15:41: Regulierung soll faire Wettbewerbsbedingungen sichern, aber wenn man sich die europäische

00:15:45: Praxis anschaut, dann sehen wir, dass Regulierung allzu häufig über das Ziel hinaus schießt

00:15:50: und das liegt auch daran, dass diejenigen, die diese Regulierung besprechen und dann

00:15:55: verabschieden, nicht die Kompetenz besitzen, das muss ich in der ausdrücklichen Form mal

00:16:01: sagen, um es behaupten, beurteilen zu können. Ja, wenn man Expertenkommissionen macht,

00:16:06: dann doch bitte nicht aus Theoretikern, aus dem Amt heraus, bisschen despektierlich gesagt,

00:16:12: sondern logischerweise mit Leuten aus der Praxis. Und das wird dann überhaupt nur gemacht,

00:16:18: indem man sagt, ja, wir nehmen hier noch so ein Telekom-Chef mit rein und so, das ist

00:16:22: doch aber keine echte Expertenarbeit. Wenn man sich dann einmal trifft zu einer Pressekonferenz,

00:16:26: halt ob das tatsächlich operative Arbeit ist, die dann da gemeinsam geschafft wird. Wir

00:16:31: haben es sehr, sehr häufig, dass Technologien zu früh reguliert werden, bevor sie sich überhaupt

00:16:36: in großem Maßstab etabliert haben. Das bremst sämtliche Pilotprojekte und Investitionen.

00:16:41: Welches Projekt? Wir sprechen hier, ich glaube, das Handelsblatt spricht immer wieder über,

00:16:47: wie heißt das? Deutschland hat jetzt nämlich mich vorbereiten müssen. Wir haben einen

00:16:50: Alfalfa, glaube ich, das Handelsblatt berichtet so weit drüber, so häufig drüber, dass man

00:16:56: annehmen könnte, sie seien irgendwie noch im Rennen. Vielleicht sind sie es auch. Also,

00:17:00: das würde ich mir ja wünschen. Aber soweit ich weiß, haben wir kein einziges Projekt an

00:17:06: einer deutschen Uni, weil schlicht und einfach ausländische Unis mehr Geld bezahlen. Und das

00:17:12: ist natürlich total verrückt. Wir werden sicherlich nicht der Produktionsstandort sein in den

00:17:17: nächsten 20 Jahren. Also, wenn man fast sich ehrlich an den Kopf, aber ich möchte hier auch nicht

00:17:23: hier in so einer Proteststimmung drin bleiben, unsere Regulierung ist oft viel zu komplex. Wir

00:17:28: haben elendig lange Gesetzestexte, das, was vielleicht auch beantwortet, warum wir so viele

00:17:32: Anwälte brauchen. Wir haben unklare Definitionen, wir haben hohe Dokumentationspflichten. Selbst

00:17:39: kleine Unternehmen werden ja mit Anforderungen konfrontiert, die eigentlich für Großkonzerne

00:17:44: gedacht sind. Wenn man sich die Datenschutzgrundverordnung DSGVO anschaut, dann ist das Ziel

00:17:52: nachvollziehbar. Datenschutz ist wichtig. In der Praxis hat das aber für viele Unternehmen zu

00:17:58: einem Mehraufwand, zu Recht Unsicherheit und zu Verzögerungen geführt. Und genau das droht

00:18:04: natürlich auch mit diesen geplanten KI-Verordnung. Wir haben sie noch nicht mal. Da hat kaum ein

00:18:10: Unternehmen das implementiert, aber die Verordnung, was man damit nicht machen darf, die steht dann

00:18:16: schon. Ein Unterschied von 0,3 Prozentpunkten Produktivitätswachsum pro Jahr. Lass es vielleicht

00:18:25: optimistischer 0,5 oder 1 Prozent sein. Das klingt klein, aber über zehn Jahre macht das den

00:18:32: Unterschied zwischen wettbewerbsfähig oder nicht. Höhere Produktivität bedeutet in der Regel

00:18:37: steigende Löhne, höhere Unternehmensgewinne, mehr Steuereinnahmen, also mehr Spielraum für

00:18:42: Investitionen, Bildung, soziale Sicherheit. Wenn sich Europa, also durch übermäßige Regulierung,

00:18:48: selbst diesen Produktivitätswachsum, dieses Produktivitätswachsum deckelt, dann entgehen

00:18:56: uns ja jährlich Milliarden an potenziellen Wohlstand. Ist schwierig zu greifen, weil er ja gar nicht

00:19:03: erst entstanden ist. Über ein Jahrzehnt betrachtet sind das Summen die ganze Infrastrukturprojekte,

00:19:10: die Bildungsoffensiven oder auch Steuerentlastung finanzieren können. In den USA liegt, wie gesagt,

00:19:16: der erwartete Produktivitätsgewinn aus generativer KI etwas niedriger. Das ist niedriger als das

00:19:25: unregulierte Potenzial Europas, aber sagen wir mal ehrlich, sehr wahrscheinlich deutlich höher als

00:19:32: das regulierte Szenario. Häufig genug, ich bin mir nicht so sicher, ob ich aktuell gefahren

00:19:39: frei in die USA einreisen kann mit meinen kritischen Texten hier, dennoch muss man feststellen,

00:19:43: dass der entscheidende Unterschied ist. Die USA setzen eben stärker auf ausprobieren,

00:19:49: dann regulieren. Und das beschleunigt nun mal den Praxiseinsatz neuer Technologien. Dabei gibt es

00:19:55: Risiken. Zwei Fälle los, Datenschutz, falsche Information, ethische Fragen, aber wirtschaftlich

00:20:02: ermöglicht es natürlich überhaupt erst Produktivitätseffekte schneller und umfassender zu

00:20:07: realisieren. Und das fehlt uns. Deswegen mache ich hier mal einen Punkt, denn natürlich müsste

00:20:14: Europa drei Dinge tun. Regulierung mit Augenmaß statt flächendeckender Vorschriften, also risikobasierte

00:20:21: Ansätze, Auflagen dort, wo Missbrauchsgefahr besteht und nicht für jede triviale Anwendung.

00:20:27: Nirgendwo in der Welt nervt es derart, allein im Netz zu surfen, weil ich 15-mal okay übertrieben

00:20:34: jedes Mal anklucken muss, was ich will und was ich nicht will. Ich fühle mich überhaupt nicht

00:20:39: geschützt durch die Verordnung, die wir hier haben. Wir müssten KI-Kompetenz gezielt fördern. Wir

00:20:47: bräuchten eine Vorbildfunktion des öffentlichen Sektors. Also wenn Verwaltung, Gerichte, Behörden,

00:20:52: KI sinnvoll einsetzen, dann beschleunigt das ja nicht nur interne Prozesse, sondern es zeigt ja

00:20:58: auch, dass die Technologie produktiv und verantwortungsvoll genutzt werden kann. Das könnte

00:21:02: man noch machen. Wer hindert dich daran? Siehe oben. Investitionsanreize, steuerliche

00:21:08: Erleichterung für KI-Investitionen, vor allem für kleinere, für mittlere Unternehmen. All das

00:21:13: könnte den Einsatz deutlich beschleunigen. KI wird sowieso kommen, ob wir jetzt daran teilnehmen

00:21:18: oder nicht. Die Frage ist also nicht, ob, sondern wie schnell und in welchem Ausmaß unser

00:21:24: Arbeitsalltag und auch unsere Wirtschaft dadurch verändert wird. Jetzt könnte ich noch eine halbe

00:21:30: Stunde weitermachen mit Dingen, die ich für völlig grotesk halte. Aber wir werden es sehen.

00:21:36: Bleiben wir einfach mal offen, mal schauen, ob Europa diesmal aus seinen Fehlern gelernt hat,

00:21:40: Möglichkeit zu lernen, wäre durchaus gegeben. Oder ob wir eben zusehen müssen. Wie andere dann

00:21:48: die Früchte ernten, während wir noch diskutieren, welche Form das ernte Körbchen haben soll. Over

00:21:56: and out. Herzlichen Dank für deine Aufmerksamkeit. Ich freue mich sehr, wenn wir uns beim nächsten Mal

00:22:01: gesund und munter wiederhören. Bis dahin alles Gute, dein Lars.

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