Steuer-Schock: Flieht das Kapital aus Deutschland?
Shownotes
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„Koste es, was es wolle.“ Dieser Satz wird als Ausdruck einer entschlossenen Haltung verstanden und ist keineswegs eine Übertreibung. Friedrich Merz strebt nun ernsthaft das Kanzleramt an, was den einzig realistischen Koalitionspartner, die SPD, in eine äußerst starke Ausgangsposition versetzt. In dieser neuen Lage hat die SPD in der vergangenen Woche mit ihren Steuerplänen viele Teile der Bevölkerung überrascht, insbesondere auch die Anleger. Die Auswirkungen dieser Pläne werfen Fragen auf, und es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation langfristig entwickeln wird. Meine Einschätzung bespreche ich hier mit euch!
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Ein wichtiger abschließender Hinweis: Aus rechtlichen Gründen darf ich keine individuelle Einzelberatung geben. Meine geäußerte Meinung stellt keinerlei Aufforderung zum Handeln dar. Sie ist keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren.
Offenlegung wegen möglicher Interessenkonflikte: Die Autoren sind in den folgenden besprochenen Wertpapieren bzw. Basiswerten zum Zeitpunkt der Veröffentlichung investiert: -
Transkript anzeigen
00:00:00: Eine kurze Info vorab. Wenn ihr Lust habt, dann ergibt sich am kommenden Samstag, den 5. Mai.
00:00:07: Die Möglichkeit, sich mal kennenzulernen. Wo? Auf dem Anlegertag in München.
00:00:14: Und das Ganze ist kostenlos. Man muss sich allerdings vorher registrieren.
00:00:19: Den Link zu dieser Online-Registrierung. Damit bekommt ihr dann euer Ticket.
00:00:24: Den findet ihr hier in den Show Notes unter der heutigen Podcastfolge.
00:00:29: Also, wenn ihr Lust habt, wir sehen uns in München. Macht's gut, bis dahin und jetzt geht's los.
00:00:35: Herzlich willkommen bei Ehrigsen Geld und Gold, dem Podcast für die erfolgreiche Geldanlage.
00:00:44: "Koste es, was es wolle". Ich denke, das ist noch nicht mal eine Übertreibung.
00:00:49: Friedrich Merz will jetzt endlich Kanzler werden.
00:00:54: Und das wiederum versetzt den einzig realistischen Koalitionspartner, die SPD,
00:01:00: natürlich in eine wunderbar starke Ausgangssituation.
00:01:04: Und aus dieser Situation heraus hat sie viele Teile der Bevölkerung,
00:01:10: insbesondere aber auch uns als Anleger, mit ihren Steuerplänen in der vergangenen Woche schockiert.
00:01:17: Genau darüber möchte ich heute sprechen und gerne meine Einschätzung darüber abgeben,
00:01:22: wie es dann am Ende wirklich kommen wird. Lingen wir los.
00:01:26: So, zuerst einmal möchte ich um Entschuldigung bitten,
00:01:32: dass ich heute die Empörung versuche, weitestgehend rauszulassen.
00:01:37: Es gibt zahlreiche Videos, Zeitungsartikel, Blockbeiträge, Podcasts und so weiter,
00:01:43: die natürlich sich auch entsprechend der Aufmerksamkeit sicher sein können,
00:01:48: weil sie sich hier maximal erschoffieren. Was erlaube SPD mit ihren Plänen.
00:01:55: In Scharen werden diejenigen, die das Kapital haben, das Land verlassen und so weiter und so fort.
00:02:02: Darüber möchte ich heute auch sprechen.
00:02:05: Es gibt nämlich historische Belege dafür, inwieweit das tatsächlich passiert.
00:02:11: Also Anleger, Privatpersonen aufgrund einer steuerlichen schlechter Stellung,
00:02:18: dann wirklich das Land verlassen.
00:02:20: Schauen wir aber gleich auf die Fakten, und zwar zuerst einmal auf die Fakten,
00:02:25: die in Wahrheit noch gar keine sind,
00:02:27: die Vorschläge, die die SPD hier in der letzten Woche mit uns geteilt hat.
00:02:32: Vorher aber.
00:02:34: Es gibt viele, viele Theorien darüber, inwieweit niedrigere Steuersätze
00:02:40: in bestimmten Kontexten die Wirtschaft angekurbelt haben in der Vergangenheit.
00:02:46: Und das muss man, bevor man hier also Punkt für Punkt durchgeht und sagt,
00:02:50: die SPD zerstört Deutschland, das muss man sich auch einmal betrachten.
00:02:55: Denn am Ende des Tages sind wir alle für Investitionen.
00:02:58: Und Investitionen und eine Wirtschaft, die dann dadurch angekurbelt wird,
00:03:03: haben ja einen zeitlichen Versatz.
00:03:06: Also ich finde es vollkommen richtig, vielleicht sollte ich das mal nach 1,45 sagen,
00:03:10: damit nicht alle abschalten, ich halte die Pläne der SPD für grotesk,
00:03:16: ich halte sie für verkehrt und ich glaube, sie gehen in die vollkommen falsche Richtung.
00:03:23: Aber grundsätzlich zu sagen, wie kann man nur höhere Steuern?
00:03:26: Auf der anderen Seite, wenn du Investitionen forderst, muss es ja irgendwo wieder reinkommen.
00:03:29: Ja, die Wirtschaft sprudelt ja sofort und dem entsprechend,
00:03:32: musst du nur die Steuersätze senken und dann, und das ist eben die große Frage.
00:03:38: Was machst du in der Phase dazwischen?
00:03:42: Und wir können ganz lange darüber diskutieren, ob die Vorschläge,
00:03:45: die hier hinsichtlich zukünftiger Investitionen gemacht wurden,
00:03:49: ob die wirklich zielführend sind.
00:03:51: Ich habe hier schon ganz klar meine Meinung gesagt, ich verstehe und ich möchte das jetzt
00:03:55: heute gar nicht answeifeln oder lange diskutieren.
00:03:57: Ich verstehe, dass Europa auf eine gewisse Art und Weise aufrüstrüsten muss.
00:04:03: Ich habe zwar den Eindruck, das passiert alles wie bei so aufgescheuchten Hühnern.
00:04:08: Und das ist auch nicht ganz zielgerichtet und vor allen Dingen ja auch nicht von langehand geplant,
00:04:13: sondern da hat jemand auf der anderen Seite des Teiches gesagt, ihr müsst jetzt selber machen.
00:04:17: Und auf der anderen Seite gibt es dann ganz, ganz viele Politiker, die jetzt gerade,
00:04:21: und das macht mir, das sage ich ganz offen, auch ein bisschen Sorgen,
00:04:25: das auch sofort in ihren Sprachgebrauch übernehmen.
00:04:27: Wir müssen jetzt hier in eine Kriegswirtschaft eintreten.
00:04:31: Wir müssen das Ganze umstellen.
00:04:33: Warum sollten nicht auch Automobil und Wahnsinn?
00:04:36: Das lässt sich glasklar historisch belegen.
00:04:41: In dem Moment, wo eine Wirtschaft auf Krieg umstellt, wird natürlich erst mal die Industrie angekurbelt.
00:04:48: Das war aber nie nachhaltig, sondern hat fast immer für eine Phase der Depression gesorgt.
00:04:55: Denn das sind eben keine zukunftsgerichteten Investitionen.
00:04:59: Es soll ja aber auch darüber hinaus noch ein paar mehr geben.
00:05:01: Was ich nur sagen möchte, wann immer man formuliert,
00:05:05: da sind die Steuern zu hoch, da sind die Abgaben zu hoch,
00:05:07: muss man natürlich dann auch darauf schauen, wenn man gleichzeitig aber sagt,
00:05:11: wir wollen auch nicht zu viele Schulden machen, irgendwo muss es herkommen.
00:05:14: Und wir sind uns völlig einig, dass an dieser Stelle auch nun mal,
00:05:17: also ich sage es jetzt schon pflichtbewusst, damit mir nicht zu viele Leute auf LinkedIn schreiben sagen,
00:05:21: wie kannst du nur?
00:05:22: Wir sind uns völlig einig, dass das Kapital nicht richtig verwendet wird.
00:05:26: So, bevor wir gleich auf die Punkte der SPD kommen und meine Einschätzung,
00:05:29: wie wahrscheinlich es überhaupt ist, dass hier dieser oder jener Steuersatz erhöht werden,
00:05:35: schauen wir erst mal ganz kurz auf die historischen Beispiele,
00:05:39: die dann belegen, dass niedrigere Steuersätze,
00:05:42: das ist ja ein Plan, der derzeit nicht nur in Europa bei vielen verfolgt wird,
00:05:48: sondern auch in anderen Teilen der Welt,
00:05:50: dass der in bestimmten Kontexten dann tatsächlich die Wirtschaft angekurbelt hat.
00:05:56: Es handelte sich dabei bei den historischen Beispielen, die wir hatten,
00:06:00: fast immer um Steuerreform, die das Vertrauen gestärkt,
00:06:05: Investitionen gefördert und die Kaufkraft erhöht haben.
00:06:09: Das hat dann unterschiedlich schnell gewirkt,
00:06:12: wenn wir zum Beispiel in den 80er Jahren auf die
00:06:16: Reganomics, 80er Jahre, also Präsident Ronald Reagan,
00:06:20: er hat den Spitzensteuersatz, ratet mal,
00:06:23: bevor ich es jetzt sage, ratet mal, wie der Spitzensteuersatz in den USA war
00:06:28: vor Ronald Reagan.
00:06:30: Wir sprechen über die USA, Wirtschafts- und USA.
00:06:34: Machen wir bei Jeperdie Musik rein?
00:06:36: Ne, machen wir, sowas machen wir nicht mehr.
00:06:38: Er hat den Spitzensteuerstatz, die hat von 70 Prozent auf 28 Prozent gesenkt,
00:06:45: über mehrere Jahre hinweg und die Unternehmenssteuer wurde auch gesenkt.
00:06:50: Das Wirtschaftswachstum hat sich durchschnittlich auf 4,2 Prozent pro Jahr
00:06:56: während der 1980er Jahre entwickelt in den USA.
00:07:00: Es gab einen klaren Investitionsboom, das heißt erhöhte Unternehmensinvestition
00:07:06: und auch einen höheren Konsum.
00:07:08: Das war ein ganz großer Bruch und diese Vorstellung bzw. diese Heilung
00:07:14: in Anführungszeichen der amerikanischen Wirtschaft ist im Prinzip
00:07:18: heute nach wie vor die Steuersätze sind sehr ähnlich,
00:07:22: etwas, was dem Land ganz sicher gut getan hat.
00:07:25: Es ist nicht wahrscheinlich nicht das Entscheidende gewesen,
00:07:28: um die Investitionsziehe hier zu erhöhen, aber wenn man sich vorher nachher anschaut,
00:07:33: dann erkennt man einiges, was man an dieser Stelle aber auch sagen muss.
00:07:37: So viel muss jeder aushalten.
00:07:40: Das war auch der Moment, wo sich die Gesellschaft immer weiter auseinander definiert hat.
00:07:45: Das heißt also vor den 80er Jahren gab es in den USA einen relativ großen Mittelstand
00:07:51: und dieser Mittelstand ist immer kleiner geworden.
00:07:54: Und die Gruppe derer, das kann man ja leicht messen,
00:07:58: die zum Beispiel gar nichts hatten, von der Hand in den Mund gelebt haben
00:08:02: oder sogar Essensmarken braucht oder ähnlich,
00:08:05: diese Gruppe ist kontinuierlich gewachsen bis heute auf eine Gesellschaft hinein,
00:08:12: die so gespalten ist wie noch nie.
00:08:14: Das heißt nicht, dass ein anderer Weg oder wie man wahrscheinlich heute dann publikumswirksam
00:08:20: irgendwo in einem Beitrag sagen würde, der sozialistische Weg richtig war.
00:08:24: Das heißt nur, man muss wissen, wann immer man die Spitzensteuersätze senkt,
00:08:31: dass das nicht der breiten Bevölkerung zugute kommt,
00:08:34: sondern die denjenigen zugute kommt, die davon besonders profitieren.
00:08:40: Die sind aber tatsächlich für uns als Aktionäre die wichtigsten.
00:08:44: Da sprechen wir in einer Folge am Donnerstag drüber,
00:08:50: wenn wir uns nämlich die amerikanischen Börsen anschauen,
00:08:52: dann gibt es eine ganz interessante Korrelation zwischen dem Verbrauchervertrauen,
00:08:57: zwischen dem Konsumverhalten und der Börse.
00:09:00: Das heißt also, wenn die Amerikaner nicht mehr daran glauben,
00:09:03: dass sich die Börse weiter positiv entwickelt,
00:09:06: in der Spitze sind es bis zu 50% und das ist praktisch jeder Amerikaner, der sparen kann,
00:09:12: ist auch an der Börse investiert.
00:09:14: Und deswegen ist dieses Konsumentenvertrauen so so wichtig
00:09:17: und deswegen ist es auch sehr viel wichtiger als zum Beispiel in Europa,
00:09:22: welches Vertrauen die Amerikaner in die Politik von Donald Trump haben.
00:09:26: Das wird uns insbesondere im Jahr 2026 beschäftigen,
00:09:30: darüber spreche ich hier am Donnerstag.
00:09:33: Was allerdings auch seit den 80er Jahren unter diesen Ragnomics gestiegen ist,
00:09:38: ist die Staatsverstuldung und ich sage das bereits die soziale Ungleichheit.
00:09:44: Dann gab es nochmal ähnliche Reformen 2001 und 2003
00:09:50: und der George W. Bush,
00:09:53: der Einkommenssteuersatz auf Kapitaleinkünfte,
00:09:56: also Dividenden und Veräußerungsgewinne, wurde nochmal gesenkt.
00:09:59: Die Einkommenssteuer wurde für alle Einkommensklassen gesenkt.
00:10:03: Das hat zu mehr Konsum geführt
00:10:05: und das hat insbesondere die Wirtschaft auch nach dem Dot-Comp,
00:10:08: Crash und nach 9/11 dann unterstützt
00:10:14: bzw. recht schnell wieder ins Laufen gebracht.
00:10:17: Auch hier war die Kehrseite zunehmende Staatsverschuldung.
00:10:23: Und deswegen muss man hier schon mal festhalten,
00:10:26: es gibt dann noch einen bzw. zwei Reformen, die man hier noch nennen könnte.
00:10:32: Fast immer war es am Ende eben nicht die höhere Steuereinnahme,
00:10:37: die zu viel mehr Konsum und Investitionen geführt hat,
00:10:40: sondern fast immer war es der niedrigere Steuersatz,
00:10:44: Entschuldigung, niedriger Steuereinnahmen,
00:10:45: die dazu führten, dass die Staaten mehr Schulden aufnehmen mussten.
00:10:49: So und auch unter Margaret Thatcher, ebenfalls in den 80er Jahren,
00:10:55: hat den Spitzensteuersatz, also wir leben eigentlich in glorreichen Zeiten,
00:10:58: wie hoch war der Spitzensteuersatz in Großbritannien vor Margaret Thatcher?
00:11:04: 83 Prozent.
00:11:06: Gesenkt auf 40 Prozent, Unternehmensteuer wurden gesenkt,
00:11:09: staatliche Betriebete wurden privatisiert.
00:11:12: Ganz klar in Großbritannien eine starke Rezession in den 70ern
00:11:17: und danach hat sich die Wirtschaft erholt,
00:11:20: besonders im Finanzsektor und bei Dienstleistung.
00:11:23: Die Arbeitslosigkeit ist übrigens interessanterweise,
00:11:26: das liegt auch an den Sektoren, relativ hochgeblieben, was ebenfalls,
00:11:30: also die Kehrseite ist praktisch immer die gleiche,
00:11:33: die soziale Ungleichheit ist gestiegen, die Schuldenssett gestiegen.
00:11:37: So, das nun mal zu dem Thema steigende bzw. sinken,
00:11:41: dass man kann sich einfach nicht hinstellen und sagen,
00:11:43: wenn wir einfach nur die Zinsen senken,
00:11:45: man muss eben auch sehr oft schauen, das sind eben auch Interessensverbände,
00:11:49: das ist auch Lobbyarbeit, wenn man sagt,
00:11:52: wenn doch nur die Steuern gesenkt würden für Unternehmen
00:11:55: oder für Privatpersonen, dann ging es der Wirtschaft besser.
00:11:59: Das lässt sich zumindest historisch so nicht belegen.
00:12:02: Dafür sind andere Dinge wichtig, dafür ist das Vertrauen notwendig,
00:12:07: dafür ist insbesondere aber Investition wichtig.
00:12:10: Und Investitionen werden ganz wesentlich nicht durch Steuersätze stimuliert,
00:12:16: sondern durch die Rahmenbedingungen.
00:12:18: Und das sind die Themen, das ist meine größte Kritik,
00:12:21: die derzeit wieder überhaupt nicht angegeben, angegangen werden.
00:12:23: Also die unglaublich und wahrscheinlich weltweit einmalige Pflicht
00:12:29: zur Dokumentation von allem, was es überhaupt nur gibt.
00:12:32: Unser Vergabeverfahren bei Ausschreibung, der Konsum muss gestärkt werden.
00:12:39: Aber das passiert natürlich auch nur,
00:12:40: wenn man nachhaltig Vertrauen in eine Entwicklung hat.
00:12:43: Also diese Standortvorteile sind in weiten Teilen nicht nur niedrigere Steuern,
00:12:49: aber auch keine Frage, aber eben noch deutlich, deutlich mehr.
00:12:54: Und das ist, was mir momentan total fehlt.
00:12:57: Kommen wir aber nach dieser kurzen Einleitung zu den aktuellen Steuern
00:13:03: und dem, was es für uns bedeuten könnte.
00:13:07: Also zuerst einmal, na ja gut, dann handeln wir mal die ab, die alle betreffen
00:13:12: und nicht nur uns.
00:13:14: Da wäre die Erhöhung des Spitzensteuersatzes, des Reichensteuersatzes
00:13:22: und eine Wiedereinführung der Vermögenssteuer.
00:13:25: Ich habe es hier, glaube ich, schon mal gesagt und ich habe keine Rückmeldung bekommen.
00:13:30: Ich sei hätte sozialistisches Gankengut verbreitet.
00:13:36: Also eine Vermögenssteuer, wenn wir über die Top 0,1 oder 0,5 Prozent sprechen,
00:13:43: das wird die meisten von uns nicht betreffen, halte ich für nachvollziehbar,
00:13:48: weil das die Profiteure sind der Entwicklung der letzten Jahre.
00:13:52: Es ist ja nicht so, dass dem Kapitalismus jetzt ganz furchtbar gegangen werden.
00:13:55: Also wenn wir über Vermögen größer eine Milliarde sprechen,
00:13:59: von mir aus ziehen wir das Betriebsvermögen ab.
00:14:01: Ich halte es aber, das sagen im Übrigen ja rund um Warren Buffett in den USA,
00:14:06: ich glaube fast 1000 Milliardäre, ja, es wäre sinnvoll,
00:14:11: wenn wir mehr bezahlen würden.
00:14:14: Wir profitieren ganz wesentlich von diesem System, lasst uns gerne hier dran teilhaben.
00:14:21: Warum man ausgerechnet diese Gruppe gar nicht ansprechen mag,
00:14:26: ich weiß es nicht ganz genau,
00:14:29: aber was ich klar sagen kann, ist, dass eine Vermögenssteuer
00:14:32: ab einer Million oder anderthalb Millionen,
00:14:35: insbesondere unter Berücksichtigung der Tatsache,
00:14:37: dass ja hier die Spitzensteuersätze sowieso schon steigen sollen,
00:14:42: dann auf 49% bzw. 47%, das halte ich für deutlich zu niedrig.
00:14:49: Ein Handwerker oder auch andere Selbstständige,
00:14:52: Einzelunternehmer, die ihr ganzes Leben lang arbeiten
00:14:55: und dann eine Million angehäuft haben,
00:14:58: die sind schlicht und einfach nicht reich,
00:15:00: wenn das Geld für 20 oder 30 Jahre reichen muss.
00:15:03: Also das ist, das ist irrech.
00:15:06: Inwieweit das kommt wird, ich glaube, das ist Verhandlungsmasse.
00:15:11: Ich kann es mir schwerlich vorstellen,
00:15:13: dass Friedrich Merz in jedem Punkt, den er vorher angekündigt hat,
00:15:18: beziehungsweise den er im Wahlkampf bei anderen kritisiert hat,
00:15:25: ich kann mir nicht vorstellen, dass die CDU in jedem einzelnen Punkt
00:15:28: ihrem eigenen Wahlprogramm widersprechen möchte.
00:15:31: Also die werden die Stimmung schon auch mitbekommen.
00:15:34: Klar ist aber auch, er will es auf Teufels kommen raus
00:15:38: und wird wahrscheinlich bereit sein, viele Zugeständnisse zu machen.
00:15:41: Denn was wäre die Alternative?
00:15:43: Neuesuchen, schwierig, mit der AfD ist klar ausgeschlossen
00:15:49: und wird nicht passieren.
00:15:51: Und unter dem Aspekt Spitzensteuersätze
00:15:54: wahrscheinlich wird man sich darauf einigen,
00:15:57: dass man sie zumindest nicht senkt.
00:15:58: Das war ja eigentlich der Vorschlag,
00:16:00: dass eine Senkung stattfindet.
00:16:02: Dann gucken wir auf die Dinge, die uns direkt betreffen.
00:16:06: Beginnen wir mit dem Punkt, der aus meiner Sicht tatsächlich am,
00:16:14: man muss ja irgendwo auch nachgeben, am diskutabelsten ist.
00:16:18: Also die SPD fordert, da hat sie im Prinzip auch in,
00:16:21: die SPD bleibt ihrem Wahlkampfprogramm oder ihrem Wahlprogramm relativ treu.
00:16:27: Nur jetzt hat sie mit einem der schlechtesten Ergebnisse ever
00:16:32: oder war sogar der schlechteste, ist sie ganz offensichtlich klar,
00:16:36: was für eine Verhandlungsmacht sie gerade hat.
00:16:37: Die bekommt relativ viel durch für ihre paar Prozent.
00:16:41: Sie fordert also die Gewinne aus dem Verkauf
00:16:43: von nicht selbst genutzten Immobilien,
00:16:46: nicht mehr wie bisher nach zehn Jahren steuerfrei zu erlauben.
00:16:49: Und diese Steuerfreiheit muss man sagen,
00:16:52: ist auch unter Experten zumindest in der Vergangenheit umstritten gewesen.
00:16:58: Also für wohlhabende Menschen ist es wahrscheinlich
00:17:02: die einzige legale Möglichkeit,
00:17:06: wirklich im großen Umfang in Deutschland Steuern zu sparen.
00:17:10: Denn man kann ja für nicht selbst genutzte Immobilien
00:17:14: alles steuerlich abschreiben.
00:17:17: Und dann kann man aber dennoch nach zehn Jahren
00:17:19: den gesamten Gewinn steuerfrei vereinnahmen.
00:17:23: Wenn das wegfiele,
00:17:25: dann muss man zumindest mal im internationalen Vergleich konstatieren,
00:17:32: dann wäre hier ein, wie wollen wir es nennen,
00:17:35: dann wäre hier ein Vorteil weggefallen,
00:17:37: den außer uns in dieser Form auch keiner hat.
00:17:40: Ja, es geht, ich gönne doch jedem seine steuerfreien Gewinne
00:17:44: und nach meiner Einschätzung über alles das, was wir hier sprechen,
00:17:49: wird nicht rückwirkend zu verhandeln sein.
00:17:52: Also wer steuerfreiende Immobilien hat,
00:17:54: der wird sie wohl ziemlich sicher dann auch zukünftig steuerfrei veräußern können.
00:17:58: Das geht ja über den Zeitpunkt nach Verabschiedung dieses Gesetzes,
00:18:04: wenn es denn verabschiedet wird.
00:18:06: Ich kann mir vorstellen, dass die S- beziehungsweise die CDU,
00:18:12: das in dieser Form nicht zulassen wird,
00:18:14: das sind schon extrem große Verbände, die hier Sturm laufen werden.
00:18:21: Es ist aber auch nicht ausgeschlossen,
00:18:22: dass es hier vielleicht einen Kompromiss gibt.
00:18:25: Also zum Beispiel, dass, zum Beispiel nur für Neubauten,
00:18:30: bei der die alte Regelung bleibt oder die Steuerfreiheit
00:18:34: wird an weitere Bedingungen geknüpft.
00:18:37: Und das einiges denkbar, man muss eben sagen,
00:18:39: wenn man sich das anders anschaut, also an anderen Standorten,
00:18:43: dann haben es Immobilienbesitzer hier relativ gut.
00:18:46: Es geht ja nur um nicht selbst, wir sind uns völlig einig,
00:18:49: bei selbstbewohnten Immobilien muss das bleiben.
00:18:52: Das ist für ganz, ganz viele Anleger, zu viele Anleger,
00:18:56: ihre größte Sparbüchse.
00:18:59: Und dementsprechend, ich glaube, da wird sich auch die SPD nicht ran trauen.
00:19:03: Wenn wir nach Österreich schauen,
00:19:05: dann galt hier mal eine zehnjährige Spekulation Frist.
00:19:09: Aber seit 2012 wird, korrigiert mich übrigens,
00:19:14: wenn ihr in Österreich sitzt oder der Schweiz oder in Frankreich
00:19:17: oder in Spanien, falls ich was verkehrtes sage,
00:19:19: ich recherchiere nach bestem Wissen und Gewissen.
00:19:22: Also seit 2012 wird eine Immobilienertragsteuer in Österreich
00:19:28: erhoben in Höhe von 30 Prozent auf die Wertsteigerung.
00:19:33: Es gibt natürlich auch hier noch diese Altbestandsregelung,
00:19:36: das wird bei uns auch so sein, ansonsten zerschießt es ja die Planung,
00:19:41: auch die Altersplanung von vielen, vielen Menschen.
00:19:44: Das erwarte ich nicht.
00:19:45: Ich meine, in Österreich gilt für Anschaffung vor 2000 und 2,
00:19:51: also dementsprechend gab es eben keine rückwirkende Maßnahme,
00:19:59: galt pauschale Steuervergünstigung.
00:20:03: Schweiz.
00:20:04: Die Grundstücksgewinnsteuer ist in der Schweiz die Visuophiles kantonal geregelt.
00:20:11: Das heißt, also in vielen Kantonen sinkende Steuersätze mit der Haltedauer
00:20:16: teilweise deutlich reduziert oder sogar null, aber ab einer Haltedauer von 20 bis 30 Jahren.
00:20:24: Es gibt also keine feste 10-Jahres-Regel, aber der Langfristbesitz wird begünstigt.
00:20:30: In Frankreich sind Immobilienerinnen und Immobiliener,
00:20:36: Gewinne nach 22 Jahren komplett von der Einkommensteuer befreit. Nach 30 Jahren
00:20:40: entfällt auch die Sozialabgabe. Großbritannien kein genereller Freibetrag
00:20:46: nach Haltefrist, Kapitalerträge aus Immobilien unterliegen der Capital Gains
00:20:51: Tax. Es gibt aber steuerliche Freibeträge und Ausnahmen für Eigenheime,
00:20:57: Principal, Private, Residenz. Die sind steuerfrei. In Spanien ebenfalls keine
00:21:03: feste Spekulation frisst. Kapitalgewinne aus Immobilien unterliegen der Steuer.
00:21:08: Aber, und hier sind eben diese Varianten im Spiel, die es eventuell auch bei uns
00:21:13: geben könnten, wer über 65 Jahre alt ist und die Immobilie selbst genutzt hat,
00:21:19: der kann komplett steuerfrei verkaufen. So jetzt muss ich mal gucken, nicht
00:21:23: dass ich zu lang bin und wir kommen noch bei den entscheidenden Punkten an. Also
00:21:26: Immobilienveräußerung, ich kann mir schon vorstellen, dass es hier gewisse
00:21:31: Kompromisse gibt. Aber noch mal, das ist eine extrem starke Lobby hier in
00:21:35: Deutschland. Von daher, da wird die CDU sicherlich kämpfen. Und jetzt kommen wir
00:21:43: zu den Punkten, wo man vielleicht nicht mehr ganz so sicher sein kann, ob sie
00:21:47: kämpft, weil wir haben nicht die allerbeste Lobby, wir haben nicht die
00:21:51: stärkste Lobby, obwohl es so sein müsste. Denn wir sind die einzigen, die das
00:21:55: Rentensystem wirklich effektiv entlasten. Wir alle, die die fürs Alter vorsorgen.
00:22:02: Und dabei geht es ja nicht darum, dass man dann freiwillig, wenn man dann
00:22:06: entsprechende Bezüge hat, seine Renten oder Pensionen abgibt, sondern es gibt
00:22:10: für ganz ganz viele darum, dass sie dann wahrscheinlich nicht zu Bezieren von
00:22:15: Sozialleistungen werden. Und dementsprechend ist es natürlich, ich habe
00:22:20: schon gesagt, ich habe keine Lust auf eine Empörungsfolge, obwohl mich vieles
00:22:23: sehr empört. Aber ich möchte mir die Dinge angucken, die ich für realistisch
00:22:28: halte. Und ganz offen, ich halte es für realistisch, dass die Abgeltungssteuer
00:22:34: erhöht wird. In ihrem Wahlprogramm hat die SPD ja die komplette Abschaffung der
00:22:39: Abgeltungssteuer gefordert und eine Versteuerung nach dem persönlichen
00:22:43: Einkommenssteuersatz. So habe ich übrigens begonnen. Das heißt, so war es mal, ich meine
00:22:48: 2001 oder 2002 gab es das Halbeinkünfteverfahren. Das liegt daran, das
00:22:56: muss man sich heute mal vorstellen. Die Hälfte von etwas ist besser als das
00:23:02: Ganze von nix oder so, dass wie ähnlich war das, glaube ich, per Steinbrück.
00:23:05: Warum? Weil so viele Privatanleger schlicht und einfach ihre Einkünfte an
00:23:11: der Börse nicht angegeben haben. Es gab sogar mal ein langes Verfahren vor dem
00:23:15: Bundesverfassungsgericht und ihr könnt euch, ich, der in erheblichem Umfang
00:23:20: Steuern zu bezahlen hatte, ich hätte es mir nicht erlauben können, diese Steuer
00:23:24: nicht zu bezahlen. Weil das dann eben in dem Umfang alles andere als ein
00:23:28: Kavaliersdelikt gewesen wäre. Da hätte ich richtig Probleme bekommen. Also habe
00:23:32: voll gezahlt und es gab dann von einem Professor, ich erinnere mich nicht mehr an
00:23:36: den Namen, es gab einen Urteil, das endete am Ende vor dem Verfassungsgericht,
00:23:40: in dem geklärt werden sollte, wenn so viele Leute an der Börse, man, das müssen
00:23:45: Zeiten gewesen sein, ihre Gewinne einfach gar nicht angeben. Das wurde ja damals
00:23:49: nicht von den Banken abgeführt, sondern man selber musste das in seiner
00:23:52: privaten Einkommenssteuererklärung, also 97, 98, 99 noch im Jahr 2000 war das
00:23:57: genauso, musste man das selber angeben. Und wenn man es nicht angegeben hat, ja
00:24:01: offensichtlich war es dann für das Finanzamt echt schwer, das rauszubekommen.
00:24:05: Deswegen haben so viele Leute das nicht angegeben, ihre Gewinne an der Börse, dass
00:24:09: dieser Professor vor dem Verfassungsgericht also argumentiert hat, wenn die
00:24:13: allermeisten das sowieso schon nicht bezahlen, dann sind ja diejenigen, die das
00:24:17: machen, derart benachteiligt. Das heißt also, die sollten eigentlich ihre Steuer
00:24:22: wiederbekommen. Das hat Ewigkeiten gedauert, das hätte für mich aber einen
00:24:26: erheblichen sechstelligen Betrag bedeuten. Ich habe immer so im Hintergrund, ich habe
00:24:30: gehofft dieses Verfahren geht ähnlich, damit ich immer noch darauf hoffen kann,
00:24:33: dass da irgendwann mal große Gelder fließen. Naja, das Verfahren ging nicht
00:24:37: ähnlich und es wurde dann entschieden, nein, nur weil ganz viele Leute Steuern
00:24:41: hinterziehen, heißt das nicht, dass wir die Steuererlichen hier dafür belohnen
00:24:44: müssen. Also es gab mal diese Versteuerung nach persönlichem Einkommenssteuersatz.
00:24:50: Und nun wird von der SPD gefordert, stattdessen eine Erhöhung des
00:24:54: Abgeltungssteuersatzes von 25 auf 30 Prozent zu verabschieden, plus Soli, das
00:25:02: würde also bedeuten, dass die Steuerbelastung von Kapital erträgen. Also
00:25:05: das sind die Zinseinkünfte, das sind Dividenden, das sind Kursgewinne, das
00:25:12: läge dann bei 31,65 Prozent. Wahrscheinlich wird die Union demso
00:25:18: nicht zustimmen. Das ist halt hier Politikverhandlungen nach amerikanischer
00:25:23: Art. Wir gehen mal voll rein und hoffen dann auf ein Kompromiss. Und ich wünschte
00:25:28: meine Einschätzung vieler anders aus, aber ich kann mir vorstellen, dass man
00:25:32: sich hier auf ein Kompromiss einigt und sagt, okay, dann lass uns irgendwo in der
00:25:36: Mitte treffen bei 27 oder weil wir ja unrunde Beträge auch mögen bei 27,3875.
00:25:44: Wo ist, jetzt habe ich beinahe gesagt, wo der fuck knows, aber ihr wisst, was ich meine.
00:25:51: Also sicherlich nicht sofort, aber ich kann mir vorstellen, dass das hier
00:25:58: Verhandlungsmasse ist, wo die CDU eher noch nachgibt und damit uns dann einfach
00:26:04: schadet. Ich möchte auch an dieser Stelle sagen, weil ich eben nichts von
00:26:08: Maximalforderungen halte. Es wird dann nicht funktionieren. Ich würde mehr
00:26:14: Steuern bezahlen, wenn diejenigen, die wirklich fürs Alter vorsorgen, aber
00:26:19: wirklich begünstigt würden. Das heißt also, wenn wir zum Beispiel 200.000 oder
00:26:25: 500.000 Euro hätten, die ich steuerfrei vereinnahmen kann nach einer
00:26:31: Haltefrist oder 750.000 oder eine Million. Viel mehr dürfte es nicht sein,
00:26:37: weil es natürlich nicht darum geht, reiche noch reicher zu machen. Also man
00:26:41: kann nicht damit argumentieren, weil eben die allermeisten nicht über so eine
00:26:45: Aktienportfoliumlauf wir ihres Vermögens verfügen können, aber dennoch
00:26:49: erhebliche Freibeträge, die dann greifen, wenn man eine gewisse Haltefrist
00:26:55: einhält. Ich kann den Gedanken nachvollziehen, dass ein Trader, so wie ich es
00:27:02: viele Jahre war, dass der steuerlich begünstigt wird, gegenüber anderen, die
00:27:10: ihre Arbeit verrichten, aber einen vollen Steuersatz bezahlen, das kann ich
00:27:14: nachvollziehen. Aber das sind ja die allermeisten nicht. Und wer hier wirklich
00:27:18: fürs Alter vorsorgt, dem gehört eine steuerliche Haltefrist gegeben. Das kann
00:27:24: ein Jahr sein, das kann aber auch von mir aus drei Jahre sein. Das kann auch ein
00:27:29: amerikanisches Modell sein, das halte ich ebenfalls für sinnvoll, also in einem
00:27:33: gewissen Umfang diese Steuerfreiheit. Dann wäre es okay, wenn man den
00:27:37: Steuersatz für diejenigen, die schneller rein raushandeln, erhöht. Ansonsten ist es
00:27:43: wieder mal ein Schlag ins Kontro. Und es zeigt vor allen Dingen auch, dass man so
00:27:47: pauschal darf man das sagen, hier wirklich nicht versteht, worum es geht.
00:27:51: Gleichzeitig wird ja das Rentensystem nicht angegangen, aber das ist ein
00:27:54: anderes Thema. So und jetzt wird es schlimm. Und zwar für all diejenigen und
00:28:01: zu denen gehöre ich auch die Kryptos haben. Die SPD will Gewinne aus Kryptoveräußerung
00:28:07: genauso behandeln wie andere Kapitalerträge. Das bedeutet also, unabhängig von der
00:28:14: Frist wäre Abgeltung steuerfällig. Momentan ist es ja so wie bei physischen
00:28:18: Edelmetallen, Gewinne sind nach einem Jahr steuerfrei. Ich glaube, dass es kommen wird.
00:28:23: Ich wünsche es mir nicht. Der einzige Vorteil wäre vielleicht, dass dann
00:28:29: endlich diese schwierige Dokumentation wegfiehle, also für all diejenigen, die
00:28:35: kurzfristiger mit Kryptos handeln, müsste es dann zwangsläubig so sein, dass die
00:28:40: Abgeltungsteuer auch abgeführt würde. Ganz klar. Das wird allerdings sehr, sehr
00:28:46: schwer, glaube ich, weil so viele Broker gar keinen Sitz in Deutschland haben.
00:28:50: Das könnte Broker mit Sitz in Deutschland beziehungsweise börsengehandelte
00:28:56: Kryptos oder die Anbieter eindeutig begünstigen, denn dann hättest du einen
00:29:00: echten Vorteil. Das gilt natürlich auch im Aktienbereich. Also wenn man bei einem
00:29:05: ausländischen Broker seine Aktiengeschäft macht, da muss man seine Gewinne auch
00:29:08: selber angeben. Und die Betonung liegt auf Muss, denn man ist hier eindeutig
00:29:13: gläsern. Also das fällt jedem auf die Füße, der sagt, vielleicht merkt
00:29:18: es ja niemand, wenn ich meinen Broker in England oder den USA habe, versprochen.
00:29:23: Das geht schief, nicht machen. Aber ich glaube, die Lobby für Kryptos ist hier
00:29:30: zu lande so schwach, dass die Union denen noch am ehesten zustimmen wird.
00:29:37: Steine ich nicht den Überbringer. Es ist nur meine Einschätzung, dass man hier
00:29:42: sagt, ja, es betrifft ja auch nicht so viele. Halt dich auch für verkehrt. Ich
00:29:50: denke auch, dass man dann klären müsste, nochmal das Thema aufgreifen müsste. Wie
00:29:55: ist das eigentlich mit den... Das war doch mal eine Einschätzung als
00:29:59: Commodity. Also es wird nicht so schnell kommen, glaube ich, denn die klagen,
00:30:04: also was ist Bitcoin überhaupt, müsste dann nochmal geklärt werden. Und ob
00:30:09: Deutschland dann einfach eine ganz andere Einstufung vornehmen kann als die
00:30:12: meisten anderen Länder der Welt, das passiert alles wahrscheinlich nicht in
00:30:16: den nächsten sechs Monaten. Es wäre allerdings auch gerade im Finanzbereich
00:30:20: Stichwort, Verrechnung von Verlusten und so weiter, nicht das erste Mal, dass man
00:30:24: sagt, dann beschließen wir das einfach, können ja immer noch Gerichte später
00:30:27: zurücknehmen. Das ist zwar hochnäsig und eine absolute Frechheit. Es ist aber in
00:30:33: der Vergangenheit passiert. Ich bin hier nicht so bullish, auch hier muss man aber
00:30:37: sagen, das beträfe neue Käufe. Ich werde hier im Podcast schöne Grüße übrigens an
00:30:43: Ralph Boos, mit dem ich dazu geschrieben habe, der sich auch schon Gedanken gemacht hat.
00:30:47: Er hat sich ja hier in ein bzw. zwei Podcast-Folgen geoutet als großer...
00:30:54: Er hatte einige Bitcoins, sagen wir mal so. Für ihn wäre das etwas sehr relevantes.
00:30:59: Ich glaube, alles was in der Vergangenheit liegt, wird da unangeneht
00:31:02: tastet sein. Aber es gibt natürlich dann den einen oder anderen Gedanken. Das hat mir
00:31:06: so ähnlich erst schon mal bei Aktien im Jahr 2001 bzw. 2002, als die dann mit einmal
00:31:11: und Abgeltungssteuer belegt wurden. Es gibt dann natürlich einige Gestaltungsmöglichkeiten,
00:31:15: völlig legaler Natur, die man dann vornehmen kann. Stichwort, Gewinne realisieren und
00:31:21: dann wieder neu kaufen. Besprechen wir aber, wenn es so weit ist. So und dann kommt
00:31:26: noch etwas. Ach Gott, ich will doch, ich will doch hier nicht einfach nur rumgeifern
00:31:34: und sagen, wie kann man nur Pipapo, aber es gibt eben so Punkte, Finanz, Transaktion,
00:31:40: Steuer. 0,2 Prozent sollen es sein beim Kauf von Aktien ab einer Milliarde EU Euromark Kapitalisierung.
00:31:50: Das ist was die SPD will. Diese Steuer soll in Abstimmung mit EU-Partnern eingeführt werden.
00:31:55: Einige Länder haben ja so eine Steuer bzw. haben sie schon mal gehabt. Frankreich,
00:32:02: Italien, aber auch kommt Fiete März. Der ist ja nun lange genug in dem Business gewesen,
00:32:09: um zu wissen, das ist einfach ein enormer Aufwand, der hier entsteht. Ein relativ überschaubarer
00:32:16: Ertrag und wie viele haben es dann schon wieder eingestampft, weil es schlicht und einfach
00:32:21: keine wirklich relevante Maßnahme ist, die hier einen Vorteil bringt. Also das, was man hier an
00:32:29: einen Namen hat, rechtfertigt, häufig nicht den Aufwand. Deswegen, ich kann mir nur vorstellen,
00:32:35: dass man sich bei der Finanztransaktion so sicher wie ich mir bin, wahrscheinlich kommt es genau
00:32:40: andersrum, dass man sagt, bei den Kryptos könnte sich die Versteuerung ändern. So einigermaßen
00:32:48: sicher bin ich mir, dass es in der Finanztransaktion Steuer nicht geben wird. Lass sie jetzt einfach
00:32:55: mal so stehen. Und jetzt noch zum Abschluss, was ich hier an Beiträgen gelesen habe. Da steht
00:33:05: sehr häufig als Fazit, wenn das so kommt, dann die SPD treibt jegliches Kapital aus dem Land.
00:33:14: Die Menschen werden in Scharen das Land verlassen. Und ich habe zum ersten Mal, da möchte ich aber
00:33:21: heute nicht drüber sprechen, zum ersten Mal Gedanken im Kopf gehabt in den letzten Tagen,
00:33:26: vielmehr waren es nicht. Ich dachte, wenn das passiert, wir sprechen hier aber wesentlich über
00:33:31: politische Entwicklung, nicht so sehr übersteuerliche Entwicklung, obwohl ich es für verkehrt halte,
00:33:36: habe ich glaube ich deutlich gemacht. Dann weiß ich nicht, ob ich das als meine Heimat ansehe,
00:33:41: aber ganz ehrlich, Weglaufen bringt dann auch nichts. Dass aber Menschen im großen Stil ein
00:33:46: Land verlassen, weil die Steuern steigen. Da kann man ja mal drauf schauen, denn dafür gibt es ja
00:33:52: ganz, ganz viele Beispiele für Länder, in denen die Steuern gestiegen sind und wie haben dann die
00:34:00: Menschen darauf reagiert. Und ich kann es in Kurzfassung machen, es gibt, ich habe praktisch
00:34:07: keine ganz wenige belegbare Fälle gefunden, in denen Massenabwanderung tatsächlich durch höhere
00:34:15: Steuern ausgelöst wurden. Wir haben, es sind wirklich nur wenige, wo man überhaupt irgendwas
00:34:22: messen konnte. Ansonsten waren solche Steuererhöhungen, wenn wir natürlich über Autokraten sprechen,
00:34:28: die die Steuern von 30 auf 60 Prozent erhöhen. Ja, das ist etwas anderes. Aber wenn wir ein
00:34:35: einfachen Anführungszeichen sagen, Steuern steigen wieder mal um 2 Prozent, es wird noch
00:34:40: unangenehmer. Da sind Menschen offensichtlich recht belastbar gewesen in der Vergangenheit. Das sind
00:34:46: die historische Beispiele. Kalifornia hat den Höhen, Kalifornien hat den die höchsten Einkommensteuern
00:34:54: in den USA. Ihr heult natürlich, wenn ihr hört, wie viel, deswegen sage ich es gar nicht. Also ich glaube,
00:35:01: es ist immer noch unter 15 Prozent. Das hat tatsächlich zu einer signifikanten Abwanderung
00:35:07: geführt, vor allem nach Texas, Florida, Nevada. Und ich habe einige Artikel gefunden, wo dann auch
00:35:15: über eine Flucht berichtet wurde. Aber wenn man die reinen Zahlen sich anschaut, da waren sie extrem
00:35:21: niedrig. Warum? Wer flieht tatsächlich hochmobile und einkommstarkige Gruppen? Also die Tech-Miliardäre,
00:35:31: die Unternehmer und so weiter, die sind geflohen. Die ganzen anderen nicht. Und das muss man eben
00:35:37: auch sagen. Diese Steuern, wenn wir jetzt nicht über die Steuern wie Abgeltungsteuer,
00:35:43: Finanztransaktionsteuer, Haltepfrissten sprechen, die anderen Steuern betreffen ja weniger als 10
00:35:49: Prozent der Bevölkerung. Das heißt, das Handelsblatt hat ausgerechnet die Ersparnis für, wie
00:35:56: nennen wir sie denn, diejenigen, die weniger verdienen, also in dem mittleren Einkommensbereich.
00:36:01: Die ist so gering, dass man wirklich darüber nachdenken muss, ob das hier der große Wurf ist.
00:36:08: Ich weiß auch gar nicht, das ist doch der Vorteil von der SPD. Wenn du so wenig Stimmen hast,
00:36:11: hast du doch eigentlich gar keine Wähler mehr, den du irgendwas versprochen hast. Hat dich doch
00:36:15: eh kaum einer gewählt. Eigentlich müssten sie doch gar nichts machen jetzt, weil doch keiner mehr
00:36:21: Mitglied ist. Also ein bisschen böse, weiß ich. Aber verdient ein Partner 3000 Euro und der andere
00:36:27: 5000 Euro, dann werden bei den SPD-Plänen 402 Euro Steuern weniger fällig, also 33 Euro 50 im
00:36:35: Monat. Bei Gutverdienern mit 9000 und 7000 Euro, ein deutliches sind 16.000 Euro, steigt auch die
00:36:44: Entlastung immer noch auf 512 Euro. Also was ich mich damit sagen will, für viele wäre ja
00:36:50: das diese neue steuerliche Behandlung ein Vorteil. Das heißt also, dass hier Massen das Land verlassen,
00:36:58: das ist eher unwahrscheinlich. Frankreich gab es und Hollande wurde eine Reichensteuer von 75%
00:37:07: für Einkommen über eine Million eingeführt. Na hallo, das ist aber wirklich ein Sozialismus,
00:37:13: oder? Für Einkommen über eine Million, nicht für Vermögen über eine Million. Das betrifft also
00:37:19: auch weniger als ein Prozent der Bevölkerung. Ein paar wenige Franzosen haben das Land verlassen,
00:37:25: tatsächlich statistisch nicht zu messen. Vielleicht deshalb eine große Diskussion gewesen, weil einer
00:37:33: ziemlich laut das Land verlassen hat. Ich glaube sogar Richtung Russland, das war Gérard Depadieu.
00:37:39: Ich mag mir da keinen Urteil erlauben, aber vielleicht gibt es ja auch Personen, auf die dann ein Land
00:37:45: verzichten kann. Schweden ist sehr viel interessanter, Skandinavien, allgemein sehr hohe Steuersätze, übrigens
00:37:51: Dänemark, einer der höchsten Steuersätze der Welt. Wenn man die Gesamtabgaben betrachtet,
00:37:58: allerdings kommt sehr viel wieder zurück über die Unterstützung der Kommunen und so weiter. Das
00:38:02: funktioniert auch, die Dänens sind ein glückliches Volk. Schweden 70er, 80er Jahre, Einkommensteuern,
00:38:07: wie so vielen Teilen Europas, aber da besonders hoch, 85 Prozent, keine messbaren Abgänge. Was allerdings
00:38:17: die schwedische Wirtschaft, da haben wir am Anfang dieser heutigen sehr langen Podcastfolge
00:38:22: darüber gesprochen, dann entlastet hat, ist, dass man sowohl die Spitzensteuersätze als auch die
00:38:27: Unternehmenssteuersätze deutlich gesenkt hat. Auch hier eine Abwanderung von einigen wohlhabenden
00:38:33: Einzelpersonen. Warum? Weil es die am meisten betroffen hat. Also ich kann euch sagen, wenn es
00:38:39: passiert, das heißt, als der Spitzensteuersatz oder reichen Steuersatz erhöht wird, dann möchte
00:38:46: ich, ich habe ja den Vorteil, ich kann ja quasi eine öffentliche Protestnote formulieren, das mach
00:38:51: ich auch, aber ich werde wegen 2 Prozent mehr, ich werde wahrscheinlich wegen Steuern das Land
00:38:58: nicht verlassen. Soll ich mal eine eigene Folge darüber machen, was mich das Land verlassen
00:39:02: würde, zu einem anderen Zeitpunkt. Russland können wir uns schenken, ja. Russland hat mal,
00:39:08: aber das ist eben auch Sozialismus. Übrigens, gerade erst 2022/2023 eine Sondersteuer für
00:39:14: wohlhabende Bürger aufgrund politischer Unsicherheiten nach Beginn des Ukrainekrieges. Also irgendwo
00:39:21: muss man die Kohle halt wieder reinbekommen, hat sie erhoben. Es gab dann, das können ja mal einige,
00:39:28: die dort der Verlockung erlegen sind, berichten, es gab wohl eine recht große Auswanderungswelle,
00:39:34: wohlhabender Russen, die wohlhabenden Russen, die allerdings ihren Wohlstand aufgrund von Unternehmen
00:39:42: in Russland erlangt haben, bei denen soll es, wie möchte ich das formulieren, Empfehlungen seitens
00:39:50: der russischen Regierung gegeben haben, das Land nicht zu verlassen. Ja, so kann man das sagen. Aber
00:39:56: das ist sicherlich eine Sondersituation, soweit sind wir noch nicht. Die Folge war heute sowieso
00:40:01: schon so lang. Die SPD plant höhere Steuern. Das ist mein Fazit, lautes Ausatmen. Wir machen
00:40:12: weiter und hören uns am Donnerstag und zwar mit einer Folge darüber, wie die Stimmung in den
00:40:17: USA, wie entscheidend sie ist für den US-Aktienmarkt und wie wichtig es also ist, wie die Amerikaner die
00:40:24: Politik von Donald Trump jetzt einschätzen, denn dieser Effekt tritt ziemlich genau mit einer
00:40:32: Verzögerung von etwa einem Jahr ein. Dazu aber wie gesagt mehr am Donnerstag, also am besten den
00:40:36: Podcast abonnieren. Nach 14 Minuten hört wahrscheinlich eh schon keiner mehr zu. Also den fünf,
00:40:41: die noch dran geblieben sind, vielen Dank für euer Durchhaltevermögen und das noch beim Thema
00:40:45: Steuern. Mann, Erik, nur so wirklich mal zusammenreißen. Also, hasta luego, Kompagnados. Herzlichen
00:40:51: Dank für eure Aufmerksamkeit. Noch mal die kleine Erinnerung zu abonnieren, zu kommentieren.
00:40:56: Ich freue mich, wenn wir uns beim nächsten Mal gesund und munter wieder hören. Bis da, alles Gute, euer Lars.
00:41:02: [Musik]
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